Änderungen beim Bonn-Ausweis: Teilnahme am Mittagessen muss für alle Schülerinnen und Schüler gewährleistet werden

In der kommenden Ratssitzung sollen nach dem Willen der Verwaltung die Richtlinien für den Bonn-Ausweis geändert werden. Die Verwaltungsvorlage sieht unter anderem vor, dass der städtische Zuschuss für die Teilnahme von Kindern, Schülerinnen und Schülern mit Bonn-Ausweis auf höchstens 4,50 Euro je Essen begrenzt wird. Die Sozialliberalen lehnen die geplanten Änderungen ab und bringen einen Änderungsantrag ein, mit dem sichergestellt werden soll, dass alle Kinder und Jugendliche an einem Mittagessen teilnehmen können.

In erster Linie stellen die Sozialliberalen diesen Antrag, weil sie der grundsätzlichen Überzeugung sind, dass alle Kinder und Schülerinnen und Schüler am Mittagessen teilnehmen können sollen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Ganztagsbetreuung, durch die Kinder und Jugendliche auch über den Mittag hinaus in schulischen Einrichtungen verbleiben. Durch die geplante Deckelung des städtischen Zuschusses müssen die Mehrkosten zukünftig durch die Eltern getragen werden. Schon jetzt befinden sich jedoch viele Familien mit geringem Einkommen angesichts steigender Lebenshaltungskosten in einer schwierigen finanziellen Lage. Einige werden somit vor die Entscheidung gestellt, ob sie sich das Mittagessen für ihre Kinder noch leisten können. Dies gilt es vor dem Hintergrund, dass sich die mit der Deckelung des städtischen Zuschusses verbundenen Einsparungen mit rund 28.000 Euro auf einen überschaubaren Betrag belaufen, in jedem Fall zu verhindern.

„Wir lehnen das Vorhaben der Verwaltung ab, die Zuschüsse für das Mittagessen von Kindern und Jugendlichen zusammenzustreichen. Für uns gilt der Grundsatz: Es muss sichergestellt werden, dass jedes Kind ein warmes Mittagessen bekommt“, kommentiert Sebastian Kelm, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Sozialliberalen. „Ich glaube, alle sind sich darin einig, dass Kinder und Jugendliche mit gesundem und qualitativ hochwertigem Essen versorgt werden sollen. Ebenso gibt es Bestrebungen mehr ökologische Nahrungsmittel zu verwenden. Insofern werden die Kosten für die Mittagsverpflegung tendenziell weiter steigen. Mit Blick auf die Zukunft ist das Vorhaben der Verwaltung also reichlich kurz gedacht“, so Kelm weiter.