Wirtschaftsstandort Bonn wächst um 4.000 neue Arbeitsplätze

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Der Wirtschaftsstandort Bonn ist weiterhin auf Wachstumskurs. Das bestätigt der Jahreswirtschaftsbericht 2017, den Oberbürgermeister Ashok Sridharan und Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe am Dienstag, 26. September, vorstellten. Mit einem Plus von knapp 4 000 Beschäftigten (insgesamt 169 666), mit einem Zuwachs von 44 000 Übernachtungen (insgesamt 1 539 367) oder mit einem Plus von 61 500 qm bei der vermieteten Bürofläche (insgesamt 126 189) konnten wieder neue Höchststände bei diesen Indikatoren in Bonn erreicht werden.

BONN – „Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, sieht an vielen Stellen die sich drehenden Kräne – unsere Stadt wächst und wandelt sich“, machte Oberbürgermeister Ashok Sridharan deutlich. „Ich bin froh, dass in der Bonner City die ungeliebte Südüberbauung auf dem Bahnhofsvorplatz nach vielen Jahren der Diskussion gewichen ist und auch das „Bonner Loch“ bald Geschichte sein wird.“ Der Oberbürgermeister führte zur Stadt- und Wirtschaftsentwicklung weiter aus: „Wir wollen den digitalen Wandel in unserer eigenen Verwaltung weiter vorantreiben und die Wirtschaft beim technologischen Wandel begleiten. Gemeinsam mit vielen Akteuren haben wir die Chance, uns als führenden Standort der Informations- und Cybersicherheit zu profilieren.“

Sridharan hob den regionalen Schulterschluss beim Berlin/Bonn-Gesetz hervor, das nun – zwei Tage nach der Wahl – zügig mit der neuen Bundesregierung um eine vertragliche Zusatzvereinbarung ergänzt werden soll. Bei der Bewerbung um die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) ist der Oberbürgermeister optimistisch: „Wir haben uns im nationalen Wettbewerb durchgesetzt und kämpfen nun mit vereinten Kräften auch auf europäischer Ebene für Bonn als neuen Standort der EMA.“

Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe erläuterte die Aktivitäten des Amtes für Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Tourismus: „Im Jahr 2016 konnten wir uns abermals deutlich steigern: So haben unsere Beraterinnen und Berater insgesamt 964 Anliegen und Vorhaben von und für Unternehmen betreut.“ Beispielhaft nannte sie die von der Wirtschaftsförderung begleitete Expansion der Unternehmen Kautex Maschinenbau, Sicat und Lehmanns Gastronomie. Mit Blick auf weitere Expansionsbedarfe der Wirtschaft zeigte sich die Wirtschaftsförderin sehr erfreut darüber, dass mit einer verstärkten Stadt-Umland-Kooperation insbesondere das Thema interkommunale Gewerbeflächen intensiv bearbeitet wird: „Nur durch eine enge konkrete Zusammenarbeit sind ausreichende Gewerbeflächen für das produzierende Gewerbe und das Handwerk in unserer Region langfristig zu sichern“. In Bezug auf das Standortmarketing betonte sie, dass schon durch die Bewerbung der Bundesregierung mit Bonn um die EMA die Bekanntheit und Attraktivität Bonns auf europäischer Ebene erheblich gesteigert würde.

Bonn weiterhin mit Wachstumstendenzen

Die Bundesagentur für Arbeit hat am 30. Juni 2016 mit 169 666 Beschäftigten einen neuen Höchststand der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Bonn registriert. Gegenüber Juni 2015 haben die Beschäftigtenzahlen um 2,4% oder absolut um 4 013 zugenommen. Im selben Zeitraum hat im Land NRW die Beschäftigung um circa 2% zugenommen. Gegenüber dem Jahr des Bonn/Berlin-Umzugsbeschlusses im Jahr 1991 mit 134 199 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, hat deren Zahl in der Stadt Bonn um 35 467 (+26,4%) durch den langfristig positiven Wachstumstrend in Bonn stark zugenommen.

Zum Jahresende 2016 zählt die Statistikstelle der Stadt Bonn nach Auswertung der Melderegisterdaten insgesamt 324 670 Einwohner mit Einzigem oder Hauptwohnsitz in der Stadt. Gegenüber dem Vorjahr ist die Bevölkerungszahl somit um 3 850 Personen angestiegen, dies entspricht einem Wachstum in Höhe von 1,2%. Amtliche Bevölkerungszahlen für das Jahr 2016 werden vom Statistischen Landesamt IT.NRW voraussichtlich erst Anfang 2018 vorgelegt. Es existiert jedoch eine amtliche Bevölkerungsprognose, die für das Jahr 2014 von circa 349 000 Einwohnern in Bonn ausgeht.

Im Tourismus und bei den Übernachtungen konnte Bonn im Jahr 2016 einen neuen Höchststand von 1 539 367 registrieren. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von 43 821 Übernachtungen beziehungsweise um 2,9%. Die Attraktivität der Region für Touristen und Kongressbesucher ist weiterhin hoch und mit der zunehmenden Nachfrage nach dem WorldCCBonn und weiteren Kongressstätten bestehen große Chancen im Tagungs- und Kongressgeschäft. Mit einer guten Positionierung in diesem Marktsegment können positive Effekte für die gesamte Stadt erzielt werden.

Wettbewerbsfähige Unternehmensstrukturen

Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bonner Dienstleistungssektor ist zwischen den Jahren 2015 und 2016 mit einem Plus von 4 113 Beschäftigten beziehungsweise 2,7% deutlich gewachsen. Mitte 2016 sind in Bonn 155 777 Beschäftigte im Dienstleistungssektor tätig; das entspricht einem Anteil von 91,8% an allen Beschäftigten. Im NRW-Durchschnitt waren Mitte 2016 insgesamt 72,1% aller Beschäftigten im Tertiären Sektor tätig.

Die größten Branchenzuwächse in Bonn erreichte mit einem Plus von 8,6% beziehungsweise 890 Beschäftigten die Branche Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen. Zwischen 2015 und 2016 hat zudem das Gastgewerbe prozentual um 5,6% oder 316 Beschäftigte zugenommen. Den größten absoluten Beschäftigtenzuwachs erzielte neben den Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen der Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleister (ohne öffentliche Verwaltung) mit 804 Beschäftigten, darin ist beispielsweise das Gesundheits- und Sozialwesen enthalten. Aber auch die Branchen Öffentliche Verwaltung (+655 Beschäftigte, +3,5%) und Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (+632 Beschäftigte, +3,1%), konnten positive Beschäftigtenimpulse zur Bilanz der Stadt Bonn beitragen. Demgegenüber hat das Verarbeitende Gewerbe auf Jahressicht 223 Arbeitsplätze verloren, das entspricht einem Rückgang von 2,3%.

Ein weiterer wichtiger Indikator für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes ist die Qualifikation der Arbeitskräfte in Bonn. Am Arbeitsort sind im Jahr 2016 insgesamt 27,4 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bonn als Akademiker zu bezeichnen, insgesamt sind das 46 412 Beschäftigte. Der regionale Vergleich mit den über 400 bundesdeutschen Städten und Kreisen zeigt, dass Bonn damit – wie im Vorjahr auch – auf Platz sieben liegt.

Die Bedeutung Bonns als Standort international bedeutender Unternehmen zeigt sich bei einer Analyse der Marktkapitalisierung der DAX-Unternehmen. Im Mai 2017 lag die Marktkapitalisierung der Bonner Konzerne Deutsche Telekom und Deutsche Post DHL Group zusammen bei etwa 119,4 Milliarden Euro. Gemessen am Börsenwert lag die Bundesstadt Bonn wie im Vorjahr auf dem zweiten Platz, damit ist Bonn seit mehr als zehn Jahren stabil auf den vorderen Plätzen der „Börsenbundesliga“ zu finden.

Serviceleistungen der Wirtschaftsförderung wieder stark nachgefragt

Im Jahr 2016 wurden die Dienstleistungsangebote des Amtes für Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Tourismus noch stärker als im Vorjahr in Anspruch genommen. Bei den 964 begleiteten Unternehmensvorhaben handelte es sich um 262 Ansiedlungs- beziehungsweise Investitionsvorhaben, 319 Anliegen von Bestandsunternehmen und 383 Existenzgründungsvorhaben.

Beispiele für unterstützte Unternehmen waren im Jahr 2016: Das exportstarke Unternehmen Kautex Maschinenbau GmbH hat den Bonner Produktionsstandort erweitert und modernisiert. Es entstehen eine neue Montagehalle mit einer Fläche von circa 5.000 Quadratmetern sowie 80 moderne Büro-Arbeitsplätze. Das Unternehmen SICAT ist Partner für Zahnarztpraxen, Kliniken und Dentallabore weltweit. Durch das dynamische Wachstum mussten neue Räumlichkeiten gefunden werden: SICAT wird demnächst neue Büroräume auf dem ehemaligen HARIBO-Gelände an der Friesdorfer Straße beziehen können. Die LEHMANNs Gastronomie GmbH ist seit 2010 im Gewerbepark Bonn-West ansässig und gehört zu den 30 größten deutschen Cateringunternehmen. Der Bau einer weiteren Großküche mit Kühl- und Lagerräumen wurde notwendig. Alle drei Unternehmen wurden individuell betreut und unterstützt, beispielsweise beim Kauf eines Gewerbegrundstücks oder im Rahmen des Genehmigungsmanagements.

Darüber hinaus war das Team der Wirtschaftsförderung in zahlreichen Schwerpunktthemen aktiv, etwa im Bündnis für Fachkräfte, beim Einzelhandel, der Liegenschaftsentwicklung oder bei großen Veranstaltungen wie den Bonner Wirtschaftsgesprächen. Auch in den zentralen Clusterbereichen gab es wieder viele Initiativen. So hat die Geoinformationsinitiative 2016 das Veranstaltungsformat „GeoSommer“ umgesetzt, mit dem Bonn seinen Ruf als Zentrum der Geo-Branche festigte. Im Rahmen des Vorhabens „Digitales Bonn“ beteiligte sich die Wirtschaftsförderung an verschiedenen Veranstaltungen wie den „IT-Netzwerkabenden“.

Die Zusammenlegung von Wirtschaftsförderung und Liegenschaften hat für die Kunden zu einer Vereinfachung und höheren Effizienz bei der Abstimmung von Verfahren innerhalb der Stadtverwaltung geführt. Um weitere Verbesserungsmaßnahmen umsetzen zu können, hat die Stadt Bonn im Frühjahr 2017 die erste umfassende Unternehmensbefragung beim Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse dieser Studie werden im Herbst 2017 vorliegen und Handlungsempfehlungen zur weiteren Optimierung der Arbeitsprozesse geben.

Der Jahreswirtschaftsbericht 2017 steht unter www.bonn.de/@jahreswirtschaftsbericht zum Download bereit.

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