Mehrjährige Unterbrechung beim Bau der S13 wäre für Region nicht hinnehmbar

Ein „erheblicher Nachteil für die gesamte Region“ wäre aus Sicht des Nahverkehr Rheinland (NVR), des Rhein-Sieg-Kreises und der Bundesstadt Bonn eine mögliche Unterbrechung der Bauarbeiten für die S 13 von Troisdorf nach Oberkassel um mehrere Jahre. Das haben NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober, Rhein-Sieg-Landrat Sebastian Schuster und Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan in einem gemeinsamen Schreiben an die Deutsche Bahn und das NRW-Verkehrsministerium deutlich gemacht.

Sie betonen die Bedeutung, die Bundesstadt Bonn über die S 13 an den Flughafen Köln-Bonn anzubinden. Gleichzeitig verweisen sie auf die ohnehin überlange Bauzeit aufgrund der schrittweisen Finanzierung und auf vielfältigste Zusammenhänge kommunaler Baumaßnahmen im Zuge des Neubaus der S 13, inklusive dahinter stehender Vereinbarungen zu Finanzierung und Förderung. Eine Verlängerung der Bauzeit würde zudem die Bestellung der S-Bahn-Fahrzeuge und der Betriebsleistungen und damit die Ausweitung des Angebots in der überlasteten Region unterlaufen.

„Eine Verschiebung wird nicht hingenommen“

„Neben der verkehrspolitischen Bedeutung der dringend erwarteten S 13 befürchten wir weitere Nachteile für die notwendigen Maßnahmen zum Infrastrukturausbau auf der linken und rechten Rheinstrecke insgesamt“, so Reinkober, Schuster und Sridharan weiter. „Aus diesen Gründen raten wir dringend davon ab, Umleitungsverkehre (…) über die Strecken des Rheintals (…) zu führen. Die Kapazitäten in der Region sind als überlastet ausgewiesen! Eine Verschiebung von wichtigen Infrastrukturausbaumaßnahmen in der Region kann nach unserer Ansicht nicht hingenommen werden.“

Zwischenzeitlich hat die Deutsche Bahn Netz AG auf eine Mail von Bundes- und Landtagsabgeordneten aus dem Rhein-Sieg-Kreis mitgeteilt, „zum aktuellen Zeitpunkt stünden noch keine Auswirkungen auf die Baumaßnahme Ausbau S13 fest“. Unabhängig davon haben NVR, Rhein-Sieg-Kreis und die Stadt Bonn die Bahn um eine verbindliche Auskunft gebeten, „wie die Deutsche Bahn Netz AG in Bezug auf die erwogene Verschiebung von Baumaßnahmen auf den Rheinstrecken vorzugehen gedenkt“.

Zum Hintergrund

Die Deutsche Bahn hatte am 10. Januar 2018 mündlich in einer nicht-öffentlichen Sitzung zu Überlegungen informiert, geplante Baumaßnahmen auf den Rheinstrecken temporär auszusetzen. Grund dafür seien geplante Maßnahmen im Korridor Würzburg – Hannover und dadurch resultierende Güterverkehrsumleitungen über die Strecken im Rheintal. Eine solche Unterbrechung beträfe den Bau der S 13 auf der rechten Rheinstrecke, bei der es zu massiven Verzögerungen im Bau für mehrere Jahre und damit zu einer verspäteten Fertigstellung kommen könnte.