Bonner Feuerwehr warnt: Gefahr durch Kohlenmonoxid ernst nehmen

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Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen mit Kohlenmonoxid, oft aus Unkenntnis oder Unachtsamkeit. Zu Beginn der Heizperiode erklärt Bonns Feuerwehrchef Jochen Stein, wie Bürgerinnen und Bürger Unfällen vorbeugen können und was im Verdachtsfall zu tun ist.

Herr Stein, wie entsteht eigentlich Kohlenmonoxid?

Kohlenmonoxid entsteht durch Fehler bei der Verbrennung, zum Beispiel in Gasheizungen. Aber auch Benzinmotoren setzen das Gas frei. Und auch beim Grillen mit dem Holzkohlegrill entstehen mit dem Rauch gefährliche Mengen Kohlenmonoxid.

Und warum ist es so gefährlich?

Kohlenmonoxid ist hochgiftig. Wenn man es einatmet, kann dies schon nach wenigen Atemzügen zu schweren Vergiftungserscheinungen und zum Tod führen. Hinzu kommt, dass Menschen das Gas nicht wahrnehmen können, weil es geruchs- und geschmacklos ist. Es löst bei uns keine Warnsensoren aus wie etwa Erdgas, dem ein warnender Geruchsstoff beigemischt ist. Deshalb sollte man schon im Verdachtsfall einer Kohlenmonoxidvergiftung schnell reagieren.

Was kann man konkret tun, wenn es den Verdacht auf eine Kohlemonoxidvergiftung gibt?

Wir empfehlen, sich dabei an den Handlungshinweisen zu orientieren, die der Deutsche Feuerwehrverband herausgegeben hat: Wenn man den Verdacht hat, dass Kohlenmonoxid austritt, sollte man den betroffenen Raum sofort verlassen und – wenn möglich – die Fenster öffnen, um zu lüften. Schalten Sie das gasbetriebene Gerät, das möglicherweise die Ursache dafür ist, aus – wenn dies machbar ist, ohne sich selbst zu gefährden. Und schließlich sollte man im Verdachtsfall Feuerwehr und Rettungsdienst über die europaweit gültige Notrufnummer 112 alarmieren.

Wie macht sich eine Kohlenmonoxidvergiftung bemerkbar?

Wenn man gasbetriebene Geräte betreibt und plötzlich Kopfschmerzen bekommt, sollte man dies unbedingt ernstnehmen. Sie sind ein erstes Anzeichen für eine mögliche Vergiftung. Hinzu kommt unter Umständen eine Bewusstseinseintrübung.

Wie kann man Unfälle mit Kohlenmonoxid vermeiden?

Am wichtigsten ist es, keine Geräte, die mit Gas oder Benzin laufen, in geschlossenen Räumen zu verwenden. Gasstrahler oder Gaspilze sind ausschließlich für den Gebrauch im Freien gedacht. Auch Benzin-Rasenmäher oder Benzin-Kettensägen darf man nicht in der geschlossenen Garage reparieren oder ausprobieren. Die Verwendung von Holzkohlegrills in geschlossenen Räumen ist ebenfalls nicht nur leichtsinnig, sondern auch lebensgefährlich.

Was ist im Umgang mit der Gasheizung zu beachten, die ja im Haus oder in der Wohnung betrieben wird?

Hier ist technische Vorsorge wichtig. Heizungsanlagen sollten regelmäßig durch einen Fachbetrieb gewartet werden. So ist etwa die Prüfung der Heizung und des Abzuges durch den Schornsteinfeger je nach Art und Alter der Anlage alle ein bis drei Jahre Pflicht. Hausbesitzer finden die festgelegten Überwachungs- und Wartungsintervalle für ihre Heizungsanlage im Feuerstättenbescheid. Den Bescheid erstellt der Schornsteinfeger bei der Feuerstättenschau, in der er die Betriebs- und Brandsicherheit der Heizungsanlage prüft.

Bei einer Prüfung kann beispielsweise festgestellt werden, ob ein Lüftungskanal blockiert wird und die Heizgase oder Abgase daher nicht einwandfrei abziehen. Außerdem sollte man darauf achten, die Anlage sachgemäß zu verwenden. Bei Etagenheizungen muss man die Lüftungsschlitze der jeweiligen Türen zu Räumen, in denen sich Gasthermen befinden, unbedingt frei halten und nicht verstellen, sonst erhält die Anlage zu wenig Sauerstoff.

Helfen auch Rauchmelder?

Ja. Es müssen allerding spezielle Rauchmelder sein, die zusätzlich vor der Freisetzung von Kohlenmonoxid warnen. Diese CO-Melder kann man im Fachhandel kaufen. Ein solches Gerät in der Nähe einer Gastherme zu installieren, ist durchaus sinnvoll. Auch die Bonner Feuerwehr hat neben den immer schon auf Lösch- und Sonderfahrzeugen vorhandenen Kohlenmonoxid-Messgeräten mittlerweile einfache Warngeräte für die Besatzungen der Rettungs- und Notarztwagen im Einsatz. Denn gerade die Besatzungen dieser Fahrzeuge könnten sonst unbemerkt in gefährliche Situationen kommen.

Zur Person: Feuerwehrchef Jochen Stein

Jochen Stein (48) ist Leiter der Feuerwehr Bonn. Mehr als 300 Feuerwehrbeamte sowie etwa 30 Mitarbeiter in Verwaltung und Technik tragen dafür Sorge, dass die Stadt Bonn jederzeit auf Schadenlagen unterschiedlichster Art und Größe vorbereitet ist. Sie werden hierbei durch die Freiwillige Feuerwehr und Hilfsorganisationen unterstützt.

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