SWB: Historische Situation führt zu steigenden Erdgaspreisen auch in Bonn

Nach stabilen Preisen über den Winter und das Frühjahr hat SWB Energie und Wasser jetzt angekündigt, den Erdgaspreis ab 1. Juni um 5,46 Cent pro Kilowattstunde zu erhöhen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der SWB-Tochtergesellschaft, David Lutz, ordnete den Anstieg gemeinsam mit Konzerngeschäftsführer Peter Weckenbrock ein. Beide riefen zum Energiesparen auf.

Der Aufsichtsrat von SWB Energie und Wasser hat entschieden, den Erdgaspreis zum 1.6. um 5,46 Cent pro Kilowattstande brutto anzuheben. Bei einem drei bis vier Personenhaushalt, der 14.000 kWh Gas verbraucht, entstehen monatlich Mehrkosten von etwas mehr als 60 Euro.

„Wir erleben im Moment eine nie dagewesene Situation auf dem Gasmarkt“, erläuterte David Lutz und verwies darauf, dass erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik die Frühwarnstufe ausgerufen wurde, um die Gasversorgung zu sichern. „Die Inflationsrate steigt wegen der hohen Energiepreise so hoch wie zuletzt vor 40 Jahren. In dieser Situation muss auch SWB Energie und Wasser reagieren, wir kommen nicht mehr um eine Gaspreiserhöhung herum“, so Lutz weiter.

Preise über Winter stabil gehalten
Zuletzt wurden die Preise der Tarifkunden zum 1. Oktober 2021 angepasst. „Wir konnten sie über den Winter 2021/2022 stabil halten“, betonte Peter Weckenbrock, Geschäftsführer der SWB Energie und Wasser. „Das haben wir erreicht durch unsere langfristige Beschaffungsstrategie. Langfristig bedeutet, wir kaufen früh und konservativ Mengen ein und sichern uns gegen Preisschwankungen ab.“

Das kommunale Unternehmen hat sich Gasmengen bis zum Frühjahr 2023 gesichert und das zu Konditionen, die es heute, mitten im Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, nicht mehr gibt. Trotz des Preisanstiegs rechnet SWB Energie und Wasser mit weiteren Kundenzuwächsen, da davon auszugehen ist, dass weitere Energieversorger nachziehen. „Trotzdem hoffen wir, die Preise bis zum kommenden Frühjahr stabil halten zu können“, so der Konzerngeschäftsführer.

Kundenservice hilft bei Fragen weiter
Um hohe Nachzahlungen zu vermeiden, wird der Kundenservice von SWB Energie und Wasser alle Abschlagspläne der Kundschaft überprüfen und bei Bedarf anpassen, damit es mit der Nachzahlung im kommenden Jahr kein böses Erwachen gibt. Nützliche Informationen zu ihrer Energielieferung erhalten Kundinnen und Kunden auf einen Blick hier: www.stadtwerke-bonn.de/online-service. Außerdem sind Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die Erdgaspreise auf www.stadtwerke-bonn.de/erdgaspreisentwicklung abrufbar.

Wer offene Zahlungen nicht rechtzeitig begleichen kann und deshalb Post erhält, meldet sich am besten unter den im Brief angegebenen Kontaktdaten. Die Kolleginnen und Kollegen des Forderungsmanagements von SWB Energie und Wasser lassen nichts unversucht, um zu helfen. „Wir finden immer Lösungen, wenn Betroffene uns kontaktieren. Beispielsweise können Energierechnungen über Ratenzahlungen beglichen werden“, so Carolin Herpertz, Fachbereichsleiterin des Forderungsmanagements.

Energiespartipps online und als Print-Broschüre
„Wir alle sollen so viel Energie einsparen wie möglich. Das Motto ist längst klar: ‚die beste Energie ist die, die gar nicht verbraucht wird‘“, mahnte Weckenbrock im Pressegespräch. Er und David Lutz verwiesen auf die SWB-Energiespartipps.

Die SWB-Energiesparbroschüre nimmt jeden Raum im Haus und verschiedenste Tätigkeiten im Alltag in den Blick. Wer die Printversion durchblättern möchte, kann sie kostenfrei unter energiesparenstadtwerke-bonnde bestellen. Online ist sie hier zu finden: www.stadtwerke-bonn.de/ebooks/nachhaltigkeit/energiesparwelt. Auch auf den Social Media-Kanälen wird der kommunale Energieversorger Hinweise und Tipps rund um das Energiethema veröffentlichen: www.facebook.com/BlaueCouch/.

Das Ziel CO2-Neutralität bis 2035 im Fokus
„Wir treiben die Wärmewende in Bonn voran auch mit Blick auf das gemeinsame Ziel von Stadt und Stadtwerken der Klimaneutralität bis 2035“, erläuterte Aufsichtsratsvorsitzender Lutz zum Abschluss. Er verwies beispielhaft auf den Ausbau der Fernwärme und den Bau einer neuen Dampfturbinenanlage am HKW, die wasserstofffähig sein wird und die 2024 in Betrieb gehen soll. Auch Gas- und Dampfturbine, die bereits seit 2013 in Betrieb ist wird mit Blick auf den zukünftigen Einsatz von grünem Wasserstoff modernisiert.

Peter Weckenbrock ergänzte, dass der Umstieg auf klimafreundliche Energieträger Unabhängigkeit von Autokraten wie Putin bringen soll. „Gemeinsam mit dem Wuppertal-Institut eruieren wir Möglichkeiten alternativer Wärmeversorgung wie Solarthermie, Geothermie, Wärmepumpen, Abwärme, Bioenergie und Kraft-Wärme-Kopplung.“