OB Dörner und RC Bonn International reinigen Stolpersteine

Oberbürgermeisterin Katja Dörner hat gemeinsam mit dem Rotary Club Bonn International am Montag, 9. November, einige der Bonner Stolpersteine gereinigt. 325 dieser kleinen Gedenktafeln erinnern in Bonn inzwischen an die Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Die kleinen Gedenktafeln sind im Boden verlegt und messen 10 mal 10 Zentimeter. Sie werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster beziehungsweise den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen. „Der 9. November war einer der dunkelsten Tage in der Zeit des NS-Terrors“, so OB Dörner. „Deshalb will ich auch ein Zeichen setzen, damit diese Männer, Frauen und Kinder und diese unmenschlichen Verbrechen nicht vergessen werden.“ Das Gedenken an das Novemberpogrom in Bonn findet am 10. November statt – dem Tag, an dem auch hier die Synagoge brannte.

Seit 2002 gibt es auch in Bonn Stolpersteine. Finanziert werden sie von Patinnen und Paten, die Gedenkstätte Bonn koordiniert das Projekt. In enger Zusammenarbeit zwischen Gedenkstätte Bonn und Stadtarchiv Bonn werden alle Informationen über die Person überprüft, an die der Stein erinnern soll. Es werden eventuell noch lebende Angehörige um ihre Zustimmung gebeten und die ursprünglichen Adressen mit den heutigen Straßennamen verglichen. Anschließend werden die Daten an Gunter Demnig weitergegeben, der die Steine dann anfertigt und verlegt.

In der Geschäftsstelle der Gedenkstätte werden Kurzbiografien zu allen Opfern, für die in Bonn ein Stolperstein verlegt wurde, vorgehalten. http://www.ns-gedenkstaetten.de/nrw/bonn/besucherinformationen.html . Auf www.bonn.de/stolpersteine gibt es eine Karte der Stolpersteine in Bonn.

Der englischsprachige Rotary Club Bonn International hat mehr als 40 Mitglieder aus fast 20 Nationen, die auch zahlreiche Religionen repräsentieren. „Toleranz ist eine der Säulen, auf denen unsere internationale Gemeinschaft steht“, so Clubpräsident Colin Dürkop. Deshalb beteiligten sich etliche Mitglieder an der Reinigungsaktion, damit die Erinnerung erhalten bleibt.