Zwanzig Jahre nach seiner Einrichtung wurde der Gedenkraum gemeinsam mit der Dauerausstellung abgebaut, da die Gedenkstätte und das NS‑Dokumentationszentrum die Franziskanerstraße 9 verlassen mussten.
Um dennoch weiterhin öffentlich und individuell an die Menschen zu erinnern, die unter der nationalsozialistischen Herrschaft ermordet wurden oder infolge des NS‑Terrors ums Leben kamen, wurde ein digitaler 360 Grad‑Rundgang des Gedenkraums erstellt. Dieser ist ab sofort online abrufbar unter: https://www.bonn.de/gedenkraum.
Der Rundgang stellt Menschen vor, die nach 1933 innerhalb der heutigen Grenzen Bonns lebten, ebenso wie Jüdinnen und Juden aus Bonn und der Voreifel, die im Ghettolager des von den NS‑Behörden beschlagnahmten Klosters Endenich inhaftiert und von dort aus in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert und ermordet wurden.
Zugleich wird der getöteten Patientinnen und Patienten der Provinzial‑Heil- und Pflegeanstalt sowie weiterer Bonner Heileinrichtungen gedacht.
Derzeit sind insgesamt 1.281 Namen in Form von gerahmten Biografien dokumentiert. Sie erinnern an Jüdinnen und Juden, psychisch kranke sowie geistig oder körperlich beeinträchtigte Menschen, politische Gegnerinnen und Gegner des Nationalsozialismus, Sinti, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Polen und der Sowjetunion, sogenannte „Asoziale“ sowie an Personen, deren genaue Verfolgungs- und Mordhintergründe bislang unbekannt sind.
Die biografischen Angaben werden fortlaufend durch Archivforschungen, die Auswertung wissenschaftlicher Arbeiten sowie durch Hinweise von Angehörigen ergänzt und aktualisiert.
Darüber hinaus dokumentiert eine Grabsteinwand mit Namen in kyrillischer Schrift das Schicksal von Menschen überwiegend sowjetischer und polnischer Herkunft, die durch Zwangsarbeit oder als Kriegsgefangene in Bonn und der Region ums Leben kamen. Ihre Gräber befinden sich auf dem Bonner Nordfriedhof.

