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Vor 50 Jahren: Stadtrat beschließt das Bonner Stadtwappen

4 März

Stadtwappen Bonn
Stadtwappen Bonn

Vor 50 Jahren, am 4. März 1971, beschloss der Stadtrat ein neues Wappen für die Stadt Bonn einzuführen. Hintergrund war die kommunale Neugliederung 1969.

Das älteste Bonner Wappensiegel entstand zwischen 1334 und 1345 als Schöffensiegel. Aufgrund der starken Verbindung zwischen Köln und Bonn war bereits damals das kurkölnische Kreuz enthalten. Seit 1288 war Bonn ein bevorzugter Wohnsitz der Kölner Kurfürsten, ab 1597 wurde Bonn offiziell zur Residenzstadt. Der Löwe geht ursprünglich auf ein Rechtsdenkmal zurück, ein steinernes Bildwerk, welches vom Mittelalter bis zum Ende der kurfürstlichen Zeit auf dem heutigen Münsterplatz, dem früheren Versammlungsplatz der Bonner Gerichtsgemeinde, stand. Diese Skulptur stellt einen Löwen dar, der ein anderes Tier niederdrückt. Nach mehrfachem Standortwechsel steht das stadtgeschichtlich bedeutsame Löwenmonument heute im Alten Rathaus. Da der Kopf des Löwen abgeschlagen ist, weiß man nicht, ob der Löwe geradeausschauend oder herabschauend dargestellt wurde.

Die Farbgebung (Tingierung) blieb im oberen Teil des Wappens immer gleich: ein schwarzes Kreuz auf silbernem (weißem) Feld. Auf dem unteren Teil des Wappens waren im Laufe der Zeit verschiedene Farben zu sehen. Während der 20-jährigen Herrschaft der Franzosen ist kein eigenes Wappen der Stadt Bonn bezeugt, da die Franzosen nur ihre eigenen Embleme (Adler, Jakobinermützen etc.) zuließen. Nachdem das Rheinland auf dem Wiener Kongress Preußen zugesprochen wurde, durften die Städte ab 1817 wieder ihre alten Stadtwappen annehmen. Allerdings hatte die Stadt Bonn nur eine schwache Wappentradition, daher ist nicht überliefert, ob die Stadt davon Gebrauch machte und welche Tingierung als offiziell und richtig galt.

Über die Jahrzehnte hatte sich aber mittlerweile eine Tingierung durchgesetzt: Roter Löwe auf blauem Feld. Jedoch verstieß man dabei gegen die heraldische Farbregel (Heraldik ist die Wappenkunde), die besagt, dass Metalle (gold, gelb, silber, weiß) und Farben sich immer abwechseln sollen, was bei dem roten Löwen auf blauem Grund nicht der Fall ist, hier stößt Farbe auf Farbe. Eine wichtige Quelle dafür ist die im Ernst-Moritz-Arndt-Haus aufbewahrte Fahne, die Gottfried Kinkel 1848 bei einer Demonstration schwenkte. Die Stadtfarben rot-blau wurden im Verfassungsausschuss am 10. September 1924 beschlossen.

Auf Grund der ab 1934 neu aufblühenden Wappenkunst stand das Bonner Wappen mit der heraldisch bedenklichen Tingierung zur Diskussion. Nachdem man 1939 den heraldischen Grundsätzen entsprechend einen goldenen Löwen auf blauem Feld angenommen hatte, beschloss die Stadtvertretung am 21. Mai 1949, wieder zu der alten Tingierung zurückzukehren. Der Regierungspräsident lehnte die von der Stadtverwaltung beantragte Tingierung 1951 ab. Die Stadt Bonn kämpfte jedoch für ihr Stadtwappen und bekam 1952 vom NRW-Innenministerium die Erlaubnis.

Die offizielle Blasonierung (Fachliche Beschreibung eines Wappens in der Heraldik) lautete nun: Erhöht geteilt von Silber und Blau, oben ein durchgehendes, geständertes Balkenkreuz, unten ein schreitender roter Löwe.

Zwei Jahrzehnte später führte das Gesetz zur kommunalen Neugliederung zwangsläufig zu einem neuen Wappen. Dies sollte die neue Stadt als einen Zusammenschluss bisher selbstständiger Gebietskörperschaften darstellen. Jedoch war es nicht möglich, ein Wappen aus allen ehemaligen Stadtwappen zu kombinieren. Ein bestelltes Gutachten der Verwaltung kam zum Entschluss, dass kein neues Wappen erstellt werden soll, sondern an den alten Symbolen festgehalten werden solle, weil der weitaus größere Teil der neuen Stadt zur Kurköln gehörte und die Bedeutung des Bonner Löwen historisch herausragend war.

Bei der Tingierung kamen auf Grund der Farbregelung nicht viele Möglichkeiten in Betracht. Nach vielen Diskussionen und Besprechungen mit diversen Gutachtern, beschloss der Rat die „rote“ Version: goldener Löwe auf rotem Feld.

Die offizielle Blasonierung lautet nun: Geteilt von Silber und Rot, oben ein durchgehendes schwarzes Balkenkreuz, unten ein hersehender schreitender goldener Löwe.

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Datum:
4 März
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