Die Bonner Kultur braucht dringend Hilfe – aber keinen Turm

Zur Stellungnahme des Bundes Deutscher Architekten (BDA) Bonn-Rhein-Sieg zum Veranstaltungsturm „AIRE“ erklärt der kulturpolitische Sprecher der Linksfraktion Jürgen Repschläger:

Laut Stellungnahme des Bundes Deutscher Architekten (BDA) Bonn-Rhein-Sieg gibt es neben den existierenden Veranstaltungsorten in Bonn keinen Bedarf für ein Projekt wie den sogenannten Aire-Turm. Dieser Einschätzung stimmt der kulturpolitische Sprecher der Linksfraktion, Jürgen Repschläger, voll und ganz zu: „Ich freue mich über die realistische Sichtweise, was die Situation der Veranstaltungsstätten in Bonn angeht. Was fehlt, ist eine Rock- und Pophalle für bis zu 1.800 Besucher*innen, wie sie seit Jahren für das Gelände des Schlachthofes in Planung ist – aber bitte nicht so ein monumentales Bauwerk. Ich begrüße auch die klare Sprache, die der BDA für diese mehr als zweifelhafte Architektur gewählt hat. Schön, dass das mal so deutlich ausgesprochen worden ist.“

Gerade jetzt in der Corona-Krise gibt es ganz andere Notwendigkeiten und auch Möglichkeiten, wenn man der Kultur und den unter Einnahmeverlusten leidenden Kulturschaffenden helfen will. So kann das Euro Theater Central ohne Einnahmen aus dem Spielbetrieb die Sanierungskosten für die neue Spielstätte nicht stemmen. Es droht ein Scheitern, bevor das Theater am neuen Ort gestartet ist. Dies ist aber nur ein Beispiel für die Existenznöte gerade der freien Kulturszene. Wer hier helfen möchte, ist gerne gesehen und herzlich willkommen. Sich selbst ein Denkmal setzen zu wollen, ist dagegen profan.

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