Adenauerallee: Verkehrsversuch endet, Sanierung von Kanal und Fahrbahn beginnt

Am Freitag, 31. Mai 2024, endet der dreimonatige Beobachtungszeitraum des Verkehrsversuchs auf der Adenauerallee, der durch zahlreiche Dialogangebote begleitet wurde. Unmittelbar im Anschluss, ab Montag, 3. Juni 2024, beginnen die notwendigen Kanalbauarbeiten mit anschließender Fahrbahnsanierung.

Die Bauarbeiten werden von Norden nach Süden ausgeführt, also vom Koblenzer Tor zum Bundeskanzlerplatz. Während der Maßnahme bleibt die Fahrspur für den motorisierten Verkehr in jeder Fahrtrichtung unbeeinträchtigt. In dem Abschnitt, in dem gebaut wird, steht in der Regel die für den Verkehrsversuch eingerichtete Radverkehrsspur vorübergehend nicht zur Verfügung, so dass die Verwaltung den Radfahrenden empfiehlt, während der Bauzeit alternative Routen zu nutzen, beispielsweise am Rhein oder in der Kaiserstraße. In den Bereichen der Adenauerallee, in denen keine Arbeiten stattfinden, steht auch die Spur für den Radverkehr zur Verfügung.

Zunächst wird ab Anfang Juni im Bereich Koblenzer Tor bis zur Straße Am Hofgarten der Kanal in grabenloser Bauweise im Schlauchlining-Verfahren saniert; dabei wird ein Schlauch in den vorhandenen Kanal eingezogen. Hierfür muss als erstes eine 13 Meter tiefe Baugrube aus Spritzbeton in offener Bauweise für ein Schachtbauwerk im Bereich der Adenauerallee Hausnummer 23 geschaffen werden. Für diese Arbeiten sind Teilsperrungen im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich erforderlich.

Ab Anfang Juli werden ab der Straße Am Hofgarten abschnittsweise in Längen von etwa 150 bis 200 Metern mehrere Sinkkästen saniert, damit in Zukunft das Regenwasser wieder sicher von Straße in den sehr tief liegenden Kanal fließen kann. In Höhe des Bundesrechnungshofes sowie der früheren Kinderklinik werden zwei bestehende Schächte im Fahrbahnbereich in offener Weise umgebaut. Auch dort sind Teilsperrungen im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich erforderlich. Die Radverkehrsspur von Süden nach Norden wird währenddessen nicht zur Verfügung stehen. Es ist vorgesehen, den Abwasserkanal auf der gesamten Strecke – bis auf die Schachtsanierungen – im Schlauchlining-Verfahren zu erneuern.

Im Anschluss an die Kanalbauarbeiten in einzelnen Abschnitten wird die Fahrbahndecke erneuert. Dabei prüft die Verwaltung noch, ob eine Erneuerung der Fahrbahn nach Abschluss aller Kanalbauarbeiten auf ganzer Länge im Sinne einer zeiteffizienten Umsetzung sinnvoller ist oder an einer abschnittsweisen Baustellenabwicklung festgehalten werden soll. Die Verwaltung informiert zeitnah über das Ergebnis der Abstimmungen.

Die spätere Markierung der Fahrbahn wird entsprechend des noch zu treffenden Ratsbeschlusses erstellt. Eine Beratung ist in der Sitzung des Rates am 29. August 2024 und den vorlaufenden Gremien (Bezirksvertretung, Ausschuss für Mobilität und Verkehr) vorgesehen. Sollten Abschnitte vor Ende der politischen Beratungen fertig werden, wird eine Straßenverkehrsordnungs-konforme Führung provisorisch hergestellt.

Die gesamte Baumaßnahme wird voraussichtlich bis Mitte Mai 2025 fertig gestellt sein.

In den kommenden vier Wochen wird die Verwaltung den Verkehrsversuch entsprechend der politisch beschlossenen Kriterien auswerten. Für jede Fahrtrichtung einzeln werden zur Bewertung des Versuchs folgende beschlossene Kriterien herangezogen:

  • Die durchschnittliche Reisezeit gemittelt über den gesamten Tag vom Bundeskanzlerplatz zum Koblenzer Tor und in Rückrichtung darf nicht mehr als 4 Minuten höher liegen als der Durchschnittswert im Jahr vor dem Verkehrsversuch (gemessen nach Monaten).
  • Die Spitzenreisezeit (17 bis 18 Uhr) für die gleiche Strecke darf sich maximal um 8 Minuten im Monatsschnitt verlängern gegenüber dem Vergleichswert zur selben Uhrzeit bei Zweispurigkeit.

Ein extern beauftragtes Fachbüro wird die Erkenntnisse aus der Versuchsphase zusammentragen. Als Vergleichsgröße wird die Auswertung der Reisezeit ebenfalls für einen Zeitraum vor Einrichtung des Verkehrsversuchs erstellt. Zur Evaluation der Effekte des Verkehrsversuchs im direkten und entfernten Umfeld erfolgt zusätzlich eine gebietsbezogene Betrachtung und Auswertung der Geschwindigkeiten und Mengen erfasster Fahrzeuge vor und während des Verkehrsversuchs.

Der Rat der Stadt Bonn soll nach den Sommerferien 2024 – nach Beratung im Ausschuss für Mobilität und Verkehr und in der Bezirksvertretung Bonn – am 29. August 2024 über die endgültige Ausgestaltung der neuen Spuraufteilung gemäß der Beschlusspunkte der Ursprungsvorlage ( DS 230853) entscheiden. Bis zu diesem Beschluss bleibt die derzeitige, Straßenverkehrsordnungs-konforme Verkehrsführung bestehen.

Nach Sanierung soll die Adenauerallee in Zukunft sicher, übersichtlich und komfortabel für alle Verkehrsteilnehmenden sein. Für die zahlreichen Radfahrenden müssen dort nach aktuellen Regelwerken breitere Radwege entstehen, denn der bis zur Testphase dort markierte Radstreifen entspricht nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards. Die Stadt testete auf Beschluss des Stadtrats hin die geplante Verkehrsführung.

Dafür ist für den Radverkehr in beiden Fahrtrichtungen eine Breite von 2,70 Meter der jeweils rechten Fahrspur mit beleuchteten Leitbaken sowie einer gelben Markierung abgetrennt worden, für den Kfz-Verkehr steht seither eine Fahrspur je Richtung mit einer Breite von 3,50 Metern zur Verfügung.

 www.bonn.de/adenauerallee

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