Zeitfenster im Dezember: Weihnachtsgrüße aus Beuel 1913

Die Vorderseite der Postkarte mit dem Bonner Marktplatz und dem Alten Rathaus © Stadtarchiv Bundesstadt Bonn
Die Vorderseite der Postkarte mit dem Bonner Marktplatz und dem Alten Rathaus © Stadtarchiv Bundesstadt Bonn

Das Zeitfenster des Stadtarchivs stellt in diesem Monat eine Postkarte aus dem Jahr 1913 vor. Diese schrieb Otto Renois am 15. Dezember 1913 an seinen Freund Willie Hanstein in Neuwied. Otto Renois war das erste Bonner Opfer des NS-Regimes. Er wurde 1933 von NS-Leuten erschossen.

Die Postkarte zeigt auf der Vorderseite den Bonner Marktplatz mit dem Alten Rathaus und befindet sich als Neuzugang in der Autografensammlung des Stadtarchivs. Sie kann zu den Öffnungszeiten im Stadtarchiv eingesehen werden.

Otto Renois wurde am 8. August 1892 in Griesel (Brandenburg) geboren. Durch seinen Beruf als Schreiner kam er während seiner Wanderjahre in den Bonner Raum, wo er sich ab 1919 schließlich niederließ. Von November 1929 bis Februar 1933 war Renois als KPD-Stadtverordneter im Bonner Stadtrat politisch aktiv. Am 30. Januar 1933, dem Tag der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, tauchte er zunächst unter, wurde aber am 4. April 1933 von bewaffneten NS-Leuten in seiner Wohnung am Jagdweg 45 aufgegriffen und auf der Poppelsdorfer Allee, angeblich auf der Flucht, erschossen.

Otto Renois war das erste Bonner Opfer des NS-Regimes. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Poppelsdorfer Friedhof, und in Bonn ist eine Straße in Kessenich nach ihm benannt. Vor seinem Wohnhaus wurde 2004 ein Stolperstein verlegt.

Das Zeitfenster
Das Stadtarchiv stellt im Zeitfenster monatlich mittelalterliche Urkunden, Beispiele aus der Bildsammlung, Fotos, Grafiken, Akten und andere Dokumente sowie historische Bücher vor. Sie werfen Schlaglichter auf die lange Geschichte der Stadt Bonn und möchten zu Forschungen im Stadtarchiv ermuntern: www.bonn.de/@zeitfenster