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Vom 8. – 12. September 2017 feiert Bonn 650 Jahre Pützchens Markt. Aber nicht nur dann, denn das Jubiläum wird das ganze Jahr über gefeiert – sowohl im Stadtbezirk Beuel als auch in der Bonner Innenstadt. Neben der eigens gegründeten städtischen Projektgruppe und den Bonner Schaustellern werden Vereine, Kirchen, Schulen und Gewerbetreibende vor Ort in die Feierlichkeiten miteinbezogen.
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650 Jahre Pützchens Markt: Adelheidisbrunnen wird am 26. Januar 1367 zum ersten Mal erwähnt

Die Wallfahrt zu Ehren der heiligen Adelheid von Vilich ist der Ursprung von Pützchens Markt. Pützchens Markt entstand beim Adelheidisbrunnen im heutigen Ortsteil Pützchen. In einer Urkunde vom 26. Januar 1367 wird dieser Brunnen zum ersten Mal schriftlich erwähnt.

Die Urkunde ist die einzige mittelalterliche Quelle, in der das Adelheid-Pützchen (abgeleitet vom lateinischen puteus = Grube, Brunnen) genannt wird. Sie geht inhaltlich nicht auf die Verehrung der Adelheid ein. Der „Adelheidisborn“ genannte Brunnen dient hier lediglich als Ortsbeschreibung für ein Verkaufsgeschäft, das den Schöffen des Untergerichts Küdinghoven mit diesem Dokument angezeigt wird.

Der Legende nach stieß Adelheid um die Mitte des 11. Jahrhunderts während einer Dürre ihren Äbtissinnen-Stab in die Erde, aus der dann eine Quelle entsprang. Ob der Brunnen bereits im 14. Jahrhundert eine Rolle bei der Wallfahrt zum Grab der heiligen Adelheid in Vilich spielte, ist anhand der Quellen nicht nachweisbar. Nachdem die Vilicher Kirche im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde und die Gebeine der heiligen Adelheid verschwanden, verlagerte sich das Wallfahrtgeschehen nach Pützchen. Im späten 17. Jahrhundert errichteten die Karmeliter dann hier ein Kloster und eine Wallfahrtskirche.

Um die Wallfahrer zu versorgen, wurden Buden und Zelte aufgebaut, kamen Wirte, Krämer, Viehhändler hinzu – und Kirmesleute. An die ursprüngliche Bedeutung als Warenmesse, die mit zunehmender Industrialisierung verloren ging, erinnert der Pluutenmarkt (= Kleidermarkt), der auch heute noch wichtiger Bestandteil von Pützchens Markt ist.

Das Original der Urkunde wird im NRW-Landesarchiv in Duisburg aufbewahrt. Das Bonner Stadtarchiv verfügt über eine digitale Kopie des Dokuments. Einen Ausdruck davon können die Bonnerinnen und Bonner voraussichtlich bei der geplanten Ausstellung zur Geschichte des Traditionsjahrmarktes auf dem Münsterplatz im Juli bewundern. In der Stadthistorischen Bibliothek des Stadtarchivs können Besucherinnen und Besucher außerdem Literatur zur Geschichte und zu den Anfängen von Pützchens Markt einsehen.

Ausführliche Informationen zum Jubiläumsjahr „650 Jahre Pützchens Markt“ gibt es unter www.bonn.de/@puetzchens-markt-650.

In dieser Urkunde vom 26. Januar 1367 wird der Adelheidisbrunnen im Ortsteil Pützchen zum ersten Mal schriftlich erwähnt.
In dieser Urkunde vom 26. Januar 1367 wird der Adelheidisbrunnen im Ortsteil Pützchen zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Fotograf: Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland – Vilich, Urkunden Nr. 65

Stadt Bonn wirbt auf Briefen für Pützchens-Markt-Jubiläum: 650 Jahre Pützchens Markt

Nach Pützchens Markt ist vor Pützchens Markt – vor allem, da die Traditionskirmes 2017 ihr 650-jähriges Bestehen feiert. Ab Dienstag, 4. Oktober, wirbt die Stadt ein Jahr lang mit einem Aufdruck auf Briefen, die im Briefzentrum 53 der Deutschen Post abgestempelt werden, für das Jubiläum.

Der Briefstempel, das sogenannte Werbeklischee, zeigt neben dem Aufdruck „650 Jahre Pützchens Markt“ die Jahreszahl 2017, wobei ein Lebkuchenherz mit Bonn-Beuel-Inschrift die Ziffer Null darstellt. Außerdem ist der Link auf die Seite der städtischen Homepage enthalten, auf der man aktuelle Informationen über das Jubiläumsprogramm erhält: www.bonn.de/@puetzchens-markt-650.

Im Durchschnitt werden im Briefzentrum 53 der Deutschen Post in Troisdorf-Spich 29 800 Sendungen täglich abgestempelt. Mindestens ein Viertel davon wird den Aufdruck „650 Jahre Pützchens Markt“ tragen, da das Werbeklischee in eine der vier „Straßen“ eingebaut ist, auf denen die Standardsendungen abgestempelt werden. Die Briefzentren sind dazu angehalten, die Standardpost hauptsächlich über die Straße des Werbeklischees laufen zu lassen. Bei hohem Briefaufkommen werden die anderen drei Straßen parallel genutzt.

Weitere Informationen: auf der Facebook Seite Pützchens Markt Bonn
und bei der
Facebookveranstaltung 650 Jahre Pützchens Markt



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