Rucksackprojekt wird auch in diesem Kita-Jahr angeboten

Das Programm in Kindergärten zielt mittels Sprachförderung und Elternbildung im Vorschulbereich auf eine bessere Integration ausländischer Familien.

Bonn – Das erfolgreiche und etablierte Rucksackprojekt in Kitas wird auch in diesem Kindergartenjahr fortgeführt. Zwei Träger setzen das Projekt in Bonn um – der Verband binationaler Familien und Partnerschaften (iaf e.V.) sowie die Fachstelle für interkulturelle Bildung und Beratung (FIBB e.V.). Rund 209.000 Euro stellt das Amt für Kinder, Jugend und Familie zur Verfügung. In seiner jüngsten Sitzung genehmigte der Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie die Fortführung per Dringlichkeitsentscheidung.

In insgesamt 31 Kindertagesstätten im ganzen Stadtgebiet werden wieder Müttergruppen eingerichtet. Zunächst werden Mütter, die sowohl ihre Muttersprache als auch die deutsche Sprache gut beherrschen, zu so genannten „Stadtteilmüttern“ ausgebildet. Die Müttergruppen treffen sich einmal wöchentlich, um unter Anleitung der Stadtteilmutter Spiel- und Lernmaterial für die muttersprachliche Förderung ihrer Kinder kennen zu lernen. Dieses Material nehmen die Mütter anschließend – gleichsam im Rucksack – mit nach Hause, um es dort mit ihren Kindern regelmäßig und nach vorgegebenen Anweisungen in der jeweiligen Muttersprache anzuwenden. Darunter sind Spiele, Bilder, Geschichten, Bastelaktionen, Lieder und viele andere sprechfreudige Aktivitäten, die Themenbereichen aus der Lebenswelt der Kinder zugeordnet sind. Sie umfassen zum Beispiel die Jahreszeiten, Essen und Trinken oder die häusliche Umgebung.

Zeitgleich werden dieselben Themen und Materialien im Kindergarten in der Zweitsprache Deutsch bearbeitet, so dass die Kinder ihre sprachlichen Kompetenzen in beiden Sprachen festigen und erweitern.

Die Erfolge sind nicht nur bei den Kindern festzustellen. Die teilnehmenden Mütter fühlen sich ernst genommen und sind froh, dass sie die Entwicklung ihrer Kinder gezielt unterstützen können. In den Rucksackgruppen können viele Themen aus dem Erziehungsalltag, wie zum Beispiel Ernährung, Gesundheit, Medienerziehung, Freizeitgestaltung, Leseförderung oder Bildungsangebote in Bonn in der eigenen Sprache erörtert, Fragen beantwortet und Unsicherheiten ausgeräumt werden. Das stärkt die Mütter in ihrem Erziehungsverhalten und sie gewinnen Vertrauen in die eigenen Kompetenzen.