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Infos der Stadt Bonn

Friedliche Jecken feiern Weiberfastnacht

Präsenz zeigen, kontrollieren und Alternativangebote machen - das Jugendschutzkonzept der Stadt Bonn bewährt sich wieder.

Die Jugendschutzstrategie der Stadt Bonn und der Wache GABI ist aufgegangen, so die Bilanz der gestrigen Weiberfastnacht. Insgesamt liefen die Feiern in Beuel und auf dem Münsterplatz friedlich ab.

Fazit des Stadtordnungsdienstes:

Der Stadtordnungsdienst blickt auf eine recht ruhige Weiberfastnacht zurück. Die 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren in erster Linie in Beuel unterwegs, um das Präventionskonzept der Stadt Bonn umzusetzen. Der Ordnungsdienst kontrollierte mehr als 350 Jugendliche (2011: rund 300). Im Sinne des Jugendschutzes ließen die Kontrolleure etwa 400 Flaschen Alkohol, wie Bier, Wein und harter Schnaps wie Wodka sowie kleine Likörfläschchen ausschütten. Im Vorjahr waren es 240 Flaschen. Auch Zigaretten nahmen die Mitarbeiter in 17 Fällen (2011: 13 Mal) ab, da die Besitzer unter 18 Jahre alt waren.

Bereits bei Zugbeginn gegen 10 Uhr wurde ein Mädchen der Jugendschutzstelle sowie anschließend dem Rettungsdienst übergeben. Im Laufe des Tages begleitete der Stadtordnungsdienst sieben weitere Jugendliche - ausnahmslos Mädchen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren - vom Veranstaltungsgelände nach Hause zu den Eltern. 2011 hatten die Kontrolleure zwei Jugendliche nach Hause gebracht. Vier Mal alarmierten die Mitarbeiter den Rettungsdienst, weil Erwachsene in Sachen Alkohol über die Stränge geschlagen hatten.

Acht "Wildpinkler" erwischten die Kontrolleure. Fünf von ihnen zahlten ein Verwarngeld, gegen drei erging Anzeige. Auch einen nicht genehmigten Garagenverkauf von Alkohol untersagte der Stadtordnungsdienst und ließen zudem ein Zelt vor der Garage abbauen, da keine entsprechende Sondernutzungserlaubnis vorlag.

Für einen störungsfreien Weiberfastnachtsumzug wurden acht Fahrzeuge entlang des Zugwegs abgeschleppt werden (Vorjahr: 12).

Bilanz der Wache GABI:

Auch die Kollegen der gemeinsamen Anlaufstelle GABI waren beim Jugendschutz aktiv und vernichteten zehn Flaschen mit hartem Alkohol, den Minderjährige dabei hatten. Ein zu stark alkoholisierter 19-jähriger wurde mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus eingeliefert. Bei zwei 14-jährigen Raucherinnen wurden die Eltern entsprechend informiert.

Außerdem randalierten den Behörden bekannte Intensivtäter in der Stadtbahnlinie 18. Sie versuchten anschließend erfolglos, Einlass in das Partyzelt auf dem Münsterplatz zu bekommen. Sie beteiligten sich danach an einer Schlägerei auf der Maximilianstraße. Drei der Beteiligten wurden unter Widerstand zur Wache gebracht. Nachdem sie sich beruhigten, konnten sie wieder ihres Weges gehen.

Am späten Abend wurden in der gleichen Stadtbahnlinie aus Köln kommend zwei junge Frauen von einem Mann sexuell belästigt. Die Person wurde im U-Bahnhof gestellt, zur Wache gebracht und eine Anzeige gefertigt.

Die Mitarbeiter der Wache GABI mussten sich außerdem um einen Mann kümmern, der in der U-Bahn am Hauptbahnhof auf das Gleis 1 gestützt war und sich eine Platzwunde am Kopf zugezogen hatte. Er wurde zur Behandlung in die Uniklinik gebracht. Zudem gab es noch einen Wasserrohrbruch in der Budapester Straße neben der Baugrube der ehemaligen Sparkasse. Mitarbeiter der Wache GABI sicherten gemeinsam mit der Polizei und dem Stadtordnungsdienst den Bereich. Die Busse wurden zeitweise umgeleitet.

Teenie-Party im Zelt auf dem Münsterplatz

Ein voller Erfolg war die mittlerweile neunte "After School Party" im Zelt auf dem Münsterplatz. Rund 900 Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren feierten wohlbehütet von den Mitarbeitern der Wache GABI und des Stadtordnungsdienstes. Ohne Alkohol und Zigarettenqualm bot so der Kinder- und Jugendschutz des Amtes für Kinder, Jugend und Familie wieder eine alternative Party mit toller Stimmung. Das Sicherheitspersonal sorgte dafür, dass bekannte Störer erst gar nicht in das Zelt kamen.

Bilanz der Rettungsdienste:

Die Rettungsdienste verzeichneten neben dem Regelbetrieb 32 Einsätze (2011: 42), die in Zusammenhang mit den Feiern zu Weiberfastnacht standen. Zusätzlich wurden weitere 70 Personen in Beuel durch Unfallhilfsstellen versorgt, darunter 40 Betrunkene, von denen wiederum zwölf unter 18 Jahren und zwei unter 16 Jahre alt waren.

Voller Erfolg für das Team des Event-Sprinters

Die positive Nachricht des Teams vom Event-Sprinter: die rund 5 000 Jugendlichen zeigten sich am Beueler Rheinufer zwar feierfreudig, doch deutlich kontrollierter im Konsum von Alkohol als im vergangenen Jahr. Der Event-Sprinter ist ein Gemeinschaftsprojekt der Evangelischen Jugendhilfe Godesheim und update, der Fachstelle für Suchtprävention Caritasverband/Diakonisches Werk mit Unterstützung des Amtes für Soziales und Wohnen. Die Mitarbeiter tauschten am Bus rund 42 Liter Alkohol, in Form von Schnapsfläschchen, Wodka, Bier, Sekt, Wein und Mischgetränken gegen Wellnessbadezusatz, Handwärmer, Salamisnacks, Chips, Safe-Packs, Kondome, heiße Getränke und 75 Liter Wasser.

Die Mitarbeiter mischten sich mit ihren "Bauchläden" auch unter die Feiernden und gaben rund 800 Safe-Packs aus. In den Päckchen sind Informationskarten zur Beratungsstelle "update", Taschentücher, Traubenzucker, eine Luftschlange, etwas Süßes und Kondome enthalten. Die meisten Jugendlichen waren von der Tauschbörse begeistert und ließen sich gerne auf diese Aktion ein. Auch das Alkohol-Quiz, das Foto-Shooting sowie der Promille-Test am Event-Sprinter wurden sehr gut angenommen. Das Team des Event-Sprinters bekam sehr viele positive Rückmeldungen von den Jugendlichen, wie beispielsweise "Super, dass ihr wieder da seid" oder "Ihr seid coole Berater".

Aufgeweichte Wiese erschwert Reinigung

Bislang hat das Amt für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung 3,2 Tonnen Kamelle-Müll aus Beuel gewogen. Die Nachreinigung ist derzeit noch im Gange. Da die Wiese am Beueler Rheinufer sehr aufgeweicht und matschig ist, müssen Scherben und Abfall mühsam von Hand aufgesammelt werden. Insgesamt rechnet das Amt für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung mit einer Gesamtmenge von rund fünf Tonnen Beueler Karnevalsmüll. Im Einsatz gestern waren je zwei große und kleine Kehrmaschinen, ein Müllfahrzeug und zwei Kolonnenfahrzeuge mit 17 Mitarbeitern.

Die vom Amt für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft aufgestellten 1 100-Liter Müllbehälter wurden so gut wie gar nicht von den Karnevalisten genutzt. Nur ein einziger der acht Behälter wurde gefüllt. Der meiste Müll landete auf dem Boden. Das Amt für Stadtreinigung appelliert daher an alle Feiernden, Gläser und Glasflaschen nicht zu zerbrechen und die aufgestellten Müllbehälter zu benutzen.