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Kategorie: Infos der Bundesstadt Bonn
Drei Experten sollen die Verwaltung bei der Suche eines neuen Generalintendanten für das Theater Bonn beraten
Der Rat hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 21. Oktober, der Einrichtung einer Expertenkommission zugestimmt, welche die Verwaltung bei der Suche eines neuen Generalintendanten für das Theater Bonn ab 1. August 2013 beraten soll.
Dieser Kommission gehören folgende Persönlichkeiten an: Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theaters Berlin, Bernd Loebe, Intendant der Oper Frankfurt, und Andrea Gronemeyer, Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters "Schnawwl" am Nationaltheater Mannheim.
Die Stadt hat in der Vergangenheit positive Erfahrungen mit der Beratung durch Experten gemacht, etwa bei der Besetzung der Position des Generalmusikdirektors und bei der Suche nach einem Intendanten für das Kunstmuseum.
Informationen über die vorgeschlagenen Experten
Ulrich Khuon studierte zunächst Rechtswissenschaft und schloss ein Studium der
Theologie und Germanistik an, welches er mit dem Staatsexamen beendete. Zum
Theater kam er über seine Tätigkeit als Theater- und Literaturkritiker, die er von
1977 bis 1980 bei der Badischen Zeitung in Karlsruhe ausführte. 1980 erhielt er am
Stadttheater Konstanz sein erstes Engagement als Chefdramaturg, ehe er von 1988
bis 1993 die Intendanz des Hauses übernahm. Im Anschluss war Khuon von 1993 bis
2000 Intendant am Schauspielhaus Hannover und übernahm zur Spielzeit 2000/01
die Nachfolge von Intendant Jürgen Flimm am Hamburger Thalia Theater.
Zur Spielzeit 2009/2010 übernahm Khuon die Intendanz des Deutschen Theaters
Berlin von Bernd Wilms, dessen Vertrag 2008 auslief.
Khuon wurde 1997 zum Professor an der Hochschule für Musik und Theater
Hannover ernannt.
Khuon ist seit 1998 Jury-Mitglied des Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreises, seit
1999 gehört er der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und dem Vorstand
der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein an und ist außerdem Mitglied in
diversen Jurys zur Förderung des Schauspieler- und Regienachwuchses. Seit 2002
steht er dem Ausschuss für künstlerische Fragen im Deutschen Bühnenverein vor und
amtierte von 2002 bis 2005 als Generalsekretär der Europäischen Theater
Konvention (ETC). 2004 wurde er in den Beirat Theater/Tanz des Goethe-Instituts
berufen.
Bernd Loebe studierte nach dem Abitur Rechtswissenschaften an der Universität
Frankfurt, und nebenher aus privatem Interesse Klavier. 1975 bis 1980 arbeitete er
in der Musikredaktion der FAZ sowie bei der Neuen Musikzeitung und der Zeitschrift
Opernwelt. Nebenher war er als freier Mitarbeiter beim Hessischen Rundfunk tätig.
Loebe präsentierte u.a. die hr2-Frühsendung Vor dem Alltag und zeichnete
verantwortlich für das biographische Lexikon der Stimmen. In mehreren Staffeln
stellte Loebe alphabetisch im Interview und in der Tonaufnahme weltberühmte, lokal
bedeutende oder schon vergessene Opernstars vor.
1979 wechselte er in die Redaktion der Musikabteilung des HR, wo er schließlich die
Opernredaktion übernahm und für die Berichterstattung von den Bayreuther
Festspielen, Salzburger Festspielen und anderen internationalen Musikfestivals
verantwortlich war.
Im November 1990 berief die Brüsseler Oper La Monnaie Loebe als künstlerischen
Direktor. Seit September 2000 wirkte er als Berater an der Oper Frankfurt, die ihn
mit der Spielzeit 2002/2003 zum Intendanten berief. Seitdem leitet er das Haus
zusammen mit dem Generalmusikdirektor Paolo Carignani. Im November 2005
verlängerte der Frankfurter Magistrat seinen Vertrag für die Jahre 2008 bis 2013.
Loebe übernahm die Frankfurter Oper in einer Zeit rückläufiger Budgets und
Aufführungszahlen. Seitdem bemühte er sich insbesondere um den Aufbau eines
leistungsstarken Ensembles und eines umfangreichen Repertoires. Jährlich kamen
mindestens acht bis neun Neuproduktionen auf die Bühne, z. T. in Koproduktion mit
anderen Häusern oder als Übernahmen bestehender Produktionen. In der Spielzeit
sind 2006/2007 sind rund 300 Veranstaltungen der Oper Frankfurt geplant, darunter
197 Vorstellungen im großen Haus.
Bereits in seiner ersten Spielzeit erhielt die Oper Frankfurt zum zweiten Mal nach
1995 den Titel Opernhaus des Jahres durch die Kritiker der Opernwelt.
Andrea Gronemeyer studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften,
Romanistik und Germanistik. Sie war 17 Jahre am freien Theater Comedia Colonia in
Köln unter anderem als Regisseurin und Dramaturgin beschäftigt. Seit 1992 leitete
sie dort das Kinder- und Jugendtheater Ömmes & Oimel. Andrea Gronemeyer rief das
Wanderfestival Spielarten in NRW ins Leben. Als Autorin liegen von ihr die Bücher
Schnellkurs Theater und Schnellkurs Film vor.
Seit der Spielzeit 2002/2003 ist sie Direktorin des Schnawwl (Kinder- und Jugendtheater
des Nationaltheaters Mannheim), wo sie zahlreiche Stücke inszeniert hat. Seit
der Spielzeit 2006/2007 leitet sie neben dem Schnawwl gemeinsam mit dem
Operndirektor Prof. Dr. Kehr die neu gegründete Junge Oper am Nationaltheater
Mannheim.
Zusammen mit Gerd Taube und Julia Dina Heße ist sie Herausgeberin des Buches
"Kindertheater Jugendtheater. Perspektiven einer Theatersparte".