Hochwasser in Bonn: Voraussichtlich zum Wochenbeginn wird der Scheitelpunkt erreicht

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Bonner Rheinpegel vom 7. Januar 2017 bis 8. Januar 2018

Bonner Rheinpegel vom 7. Januar 2017 bis 8. Januar 2018. Letzte Ablesung am 07.01.2018 16:15 Uhr (MEZ) 803 cm – aktueller Stand

Voraussichtlich am Sonntag steigt der Bonner Rheinpegel auf mehr als acht Meter an. Feuerwehr, Tiefbauamt und der Stadtordnungsdienst sind gerüstet und haben erste Maßnahmen zum Hochwasserschutz ergriffen. Am Mittelrhein steigen die Wasserstände weiter an. Am Pegel Koblenz wird am Montag der Scheitel im Bereich von 7,50 bis 7,75 Meter erwartet. Das führt zu einer Scheitelprognose von rund 8,50 bis 8,60 Metern Bonner Pegel (BP) zum Wochenbeginn.

Auf Grundlage der derzeitig vorliegenden Prognosen sind der Aufbau von Stegen oder die Ausgabe von Sandsäcken aktuell noch nicht vorgesehen. Die Feuerwehr bittet die Bonnerinnen und Bonner dringend, eigenverantwortlich Sicherungsmaßnahmen für ihre Gebäude im Rahmen ihrer Möglichkeiten durchzuführen. Zum Thema Hochwasser und Rheinpegel gibt es ausführliche Infos auf www.bonn.de/@hochwasser. Dort gibt es auch Hinweise für Bürgerinnen und Bürger zum Schutz und zur Eigenvorsorge.

Wer bereitet was vor?

Die Feuerwehr beobachtet den Pegel ständig, um drohende Hochwassergefahren rechtzeitig zu erkennen. Außerhalb der Dienstzeiten wird die Überwachung des Rheinpegels durch die Leitstelle der Feuerwehr sichergestellt.

Das Tiefbauamt, das für den Bau, den Betrieb und die Unterhaltung der Hochwasserschutzanlagen wie Deiche, Schutztore, Siele und des Abwassersystems zuständig ist, kontrolliert regelmäßig die Deiche und Verschlusstore.

Der Stadtordnungsdienst überwacht die Sperrung der Rheinzufahrtsstraßen und kontrolliert, dass vor Ort keine Fahrzeuge mehr abgestellt werden.

Was bereits getan wurde

Ab fünf Metern Bonner Pegel war die kleine Hochwasserschwelle erreicht. Das Tiefbauamt hat deshalb an einigen Kanälen Schieber geschlossen und Hochwasserpumpwerke in Betrieb genommen. An verschiedenen Stellen nahe des Rheins sind Verschlussdeckel in die Straßengullys eingesetzt worden, damit das Hochwasser nicht das Kanalnetz überlastet. Die Zufahrtsstraßen zum Rhein sind auf Bonner und Beueler Seite geschlossen worden.

An der Rheinlust wurden drei Dammbalkenverschlüsse eingebaut. Das THW hat an der Marienstraße das erste Dammtor geschlossen, auch das Tor in der Rheinaustraße oberhalb der Wolfsgasse ist zu. Das Tiefbauamt hat außerdem auf der Kläranlage Beuel das Hochwasserpumpwerk in Betrieb genommen, das den Vilicher Bach über den Deich hebt. Das wurde notwendig, da der Hochwasserschieber am Vilicher Bach in Beuel geschlossen worden ist. In der Kläranlage sind bis voraussichtlich Mittwoch Mitarbeiter im Schichtdienst eingeteilt, die die Lage 24 Stunden pro Tag im Blick haben.

Auf Bonner Seite ist am Friesenweg/Karl-Legien-Straße ein Dammbalken eingebaut worden. Die Zufahrten zum Rhein vom Legionsweg bis Schaumburg-Lippe-Straße, der Bereich am Brassertufer und die Charles-de-Gaulle-Straße bis Hermann-Ehlers-Straße sind gesperrt worden.

In Bad Godesberg ist das „Von-Sand-Ufer“ vom Bereich der Rheinallee stromaufwärts bis zur Landesgrenze gesperrt und von der Schloßallee bis zur Rüdigerstraße sind Verschlussdeckel in die Straßengullys eingesetzt worden.

Maßnahmen, die ab 7,50 Meter BP anstehen

Das Hochwasserpumpwerk II in Beuel geht voraussichtlich ab einem Stand von 7,60 Meter Bonner Pegel in Betrieb, um den Ablauf aus der Kläranlage aufzufangen. Geht der Pegel auf acht Meter zu, werden sieben Dammtore südlich der Marienstraße bis zur Ringstraße durch das THW geschlossen. Ab einem Pegel von 8,20 Metern BP, der voraussichtlich Sonntag erreicht wird, ist die Schwelle zum großen Hochwasser überschritten. Dann erhält der Ortsverein des THW in Beuel den Auftrag, den Dammbalken in der Rheinaustraße/Ernst-Moritz-Arndt-Straße zu schließen. Zudem wird der Beueler Deich kontrolliert, um Schäden auszuschließen.

In Bonn gilt im Ortsteil Graurheindorf ab 8,50 Meter BP eine Hochwassergefahr für die Mündung des Rheindorfer Baches, deshalb wird ab diesem Pegel vor Ort kontrolliert.

In Bad Godesberg wird ab einem Pegel von 7,60 Meter der Fährbetrieb nach Königswinter und ab 7,90 Meter Bonner Pegel die Fähre nach Dollendorf eingestellt. Ab 8,20 Meter BP wird die Straßen „Frankenkeller“ stromaufwärts gesperrt, gleiches gilt für die Wege zur Straße „Im Vogelsang“ und zur Martin-Luther-King-Straße. Bei einem Bonner Pegelstand von 8,5 Metern wird der Dammbalkenverschluss an der Gunterstraße eingebaut, um die Straßen „Im Vogelsang“ und „Frankenkeller“ bis zu einem Pegel von 9,50 Metern zu schützen.

Kritische Pegelstände und gefährdete Bereiche

Im Ortsteil Mehlem wird es bei einem Pegelstand von etwa 8,90 Meter BP kritisch. Dann läuft das Wasser in die Rüdigerstraße in Höhe Am Glückshaus. Bei Hochwasser ist auch der Ortsteil Graurheindorf betroffen. Ab einem Stand von ca. 8,70 Meter am Bonner Pegel überschwemmt das Wasser die Estermannstraße vom Rheindorfer Bach her. Die Uferpromenade am Alten Zoll wird ab einem Pegelstand von 7,50 Meter und die Uferstraße ab acht Metern BP überschwemmt.

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