Archiv der Kategorie: News & Infos aus Bonn und der Region

Viktoriabrücke: Abriss der Ost-Hälfte schneller als erwartet – Arbeiten werden Mitte April fortgesetzt

Der Abriss der östlichen Brückenhälfte der sanierungsbedürftigen Viktoriabrücke ging schneller über die Bühne als erwartet. Was an sich erfreulich ist, führt nun zu einer Unterbrechung, bis weitere Baumaßnahmen erfolgen können.

Vorgesehen hatte das für Abriss und Neubau der Brücke zuständige Tiefbauamt der Stadt Bonn, im Verlauf des Monats Februar mit diesen Arbeiten abschließen zu können. Eingeplant war noch ein kleiner zeitlicher Puffer, damit anschließende weitere Arbeiten nicht in Verzug geraten. Nun konnte der Abriss der Osthälfte bereits um einige Wochen früher, nämlich bereits im Januar abgeschlossen werden.

Voraussichtlich Mitte April kann es weitergehen. Für diesen nächsten Bauabschnitt – die Abbrucharbeiten an den Widerlagern der Brücke – überarbeitet das Tiefbauamt derzeit das Leistungsverzeichnis und schreibt die Leistung im Anschluss aus. Da diese Maßnahmen erst im Anschluss an den Teilabriss samt eingeplantem Sicherheitspolster bis zirka Ende März vorgesehen waren, lassen sie sich nun leider nicht vorziehen.

Solch mögliche zeitliche Lücken hatte das Tiefbauamt auf Anfragen bereits mehrfach öffentlich erwähnt und bereits zu Beginn der Baumaßnahme darauf hingewiesen, dass es unter anderem auch aufgrund der umfangreichen und mit langen Vorlaufzeiten erforderlichen Abstimmung mit der Deutschen Bahn während der Bauzeit immer mal zu Verzögerungen kommen kann. Dass diese Unterbrechung nun tatsächlich eintritt, hat sich nun kurzfristig bestätigt. Auf die Gesamtbauzeit von circa dreieinhalb Jahren hat diese Pause keinen wesentlichen Einfluss. Viktoriabrücke: Abriss der Ost-Hälfte schneller als erwartet – Arbeiten werden Mitte April fortgesetzt weiterlesen

HIV-Präventionskampagne in Bussen und Bahnen

Wer an Karneval in Bonner Bussen und Bahnen unterwegs ist, trifft auch in diesem Jahr auf die knalligen Aufhänger, mit denen das Gesundheitsamt der Stadt Bonn und die Stadtwerke Bonn (SWB) gemeinsam um Aufmerksamkeit für das Thema HIV und AIDS werben. „Steck den Kopf nicht in den Sand! Lass Dich auf HIV testen“ lautet das Motto der gemeinsamen Präventionskampagne. Damit appellieren die beiden Partner erneut zur Karnevalszeit, sich gerade auch während der tollen Tage vor einer HIV-Ansteckung zu schützen.

Seit Dienstag, 14. Februar 2017, werden Busse und Bahnen der SWB mit 5000 der bunten Aufhänger bestückt. Sie weisen auf das kostenlose und anonyme Test-Angebot im Bonner Gesundheitsamt hin, das Klarheit über die eigene Situation schafft. Denn auch wenn die Behandlungsmöglichkeiten ständig weiterentwickelt werden, bleibt Aids eine unheilbare Krankheit, betont das Gesundheitsamt.

Aufklärung über die Infektion, mögliche Schutzmaßnahmen und Verhütung sind vor allem deshalb weiter enorm wichtig, weil die Zahl der Neuinfektionen seit Jahren auf unverändert hohem Niveau von etwa 3000 pro Jahr konstant bleibt und das Bewusstsein der Bevölkerung für die Gefahren der Krankheit schwindet.

HIV-Test und Beratung im Bonner Gesundheitsamt sind kostenlos und anonym und dienstags bis donnerstags in der Zeit von 8.30 Uhr bis 11 Uhr möglich. Die Angebote des Gesundheitsamtes erstrecken sich gegebenenfalls auch auf andere sexuell übertragbare Infektionen. Vor einem Test sollte man sich bei der Beratungsstelle unter der Rufnummer 0228 – 77 25 67 informieren. Seit kurzem besteht außerdem die Möglichkeit, einen HIV-Schnelltest durchführen zu lassen. Über die Vor- und Nachteile wird in einem ärztlichen Gespräch aufgeklärt.

650 Jahre Pützchens Markt: LVR unterstützt Jubiläum

Bonn – Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) unterstützt das Jubiläumsjahr „650 Jahre Pützchens Markt“ in Bonn mit 20 000 Euro.

Einen entsprechenden Förderbescheid hat die Stadt kürzlich erhalten. Die Mittel stellt der Kommunalverband im Rahmen seiner regionalen Kulturförderung zur Verfügung. Die städtische Projektgruppe freut sich über die Förderung und plant nun die Finanzmittel für die verschiedenen Projekte des Jubiläums ein. Im Anschluss an die Veranstaltungen wird sie dem LVR einen entsprechenden Verwendungsnachweis über die zweckgebundene Förderung zukommen lassen.

Das Jubiläum des Traditionsjahrmarktes ist eines von 114 kulturellen Projekten, für die der LVR 2017 insgesamt 4,8 Millionen Euro bereitstellt. Mit der regionalen Kulturförderung werden sowohl LVR-eigene Projekte als auch solche der Mitgliedskörperschaften des LVR finanziell unterstützt, die die kulturelle Identität des Rheinlandes stärken. Dazu zählen zum Beispiel Maßnahmen des Denkmalschutzes, der Archäologie, der Heimatpflege, der Rheinischen Geschichte und Volkskunde, kulturelle Kooperationen, Veranstaltungen, Bildung und Vermittlung.

650 Jahre Pützchens Markt: Adelheidisbrunnen wird am 26. Januar 1367 zum ersten Mal erwähnt

Die Wallfahrt zu Ehren der heiligen Adelheid von Vilich ist der Ursprung von Pützchens Markt. Pützchens Markt entstand beim Adelheidisbrunnen im heutigen Ortsteil Pützchen. In einer Urkunde vom 26. Januar 1367 wird dieser Brunnen zum ersten Mal schriftlich erwähnt.

Die Urkunde ist die einzige mittelalterliche Quelle, in der das Adelheid-Pützchen (abgeleitet vom lateinischen puteus = Grube, Brunnen) genannt wird. Sie geht inhaltlich nicht auf die Verehrung der Adelheid ein. Der „Adelheidisborn“ genannte Brunnen dient hier lediglich als Ortsbeschreibung für ein Verkaufsgeschäft, das den Schöffen des Untergerichts Küdinghoven mit diesem Dokument angezeigt wird.

Der Legende nach stieß Adelheid um die Mitte des 11. Jahrhunderts während einer Dürre ihren Äbtissinnen-Stab in die Erde, aus der dann eine Quelle entsprang. Ob der Brunnen bereits im 14. Jahrhundert eine Rolle bei der Wallfahrt zum Grab der heiligen Adelheid in Vilich spielte, ist anhand der Quellen nicht nachweisbar. Nachdem die Vilicher Kirche im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde und die Gebeine der heiligen Adelheid verschwanden, verlagerte sich das Wallfahrtgeschehen nach Pützchen. Im späten 17. Jahrhundert errichteten die Karmeliter dann hier ein Kloster und eine Wallfahrtskirche.

Um die Wallfahrer zu versorgen, wurden Buden und Zelte aufgebaut, kamen Wirte, Krämer, Viehhändler hinzu – und Kirmesleute. An die ursprüngliche Bedeutung als Warenmesse, die mit zunehmender Industrialisierung verloren ging, erinnert der Pluutenmarkt (= Kleidermarkt), der auch heute noch wichtiger Bestandteil von Pützchens Markt ist.

Das Original der Urkunde wird im NRW-Landesarchiv in Duisburg aufbewahrt. Das Bonner Stadtarchiv verfügt über eine digitale Kopie des Dokuments. Einen Ausdruck davon können die Bonnerinnen und Bonner voraussichtlich bei der geplanten Ausstellung zur Geschichte des Traditionsjahrmarktes auf dem Münsterplatz im Juli bewundern. In der Stadthistorischen Bibliothek des Stadtarchivs können Besucherinnen und Besucher außerdem Literatur zur Geschichte und zu den Anfängen von Pützchens Markt einsehen.

Ausführliche Informationen zum Jubiläumsjahr „650 Jahre Pützchens Markt“ gibt es unter www.bonn.de/@puetzchens-markt-650.

In dieser Urkunde vom 26. Januar 1367 wird der Adelheidisbrunnen im Ortsteil Pützchen zum ersten Mal schriftlich erwähnt.
In dieser Urkunde vom 26. Januar 1367 wird der Adelheidisbrunnen im Ortsteil Pützchen zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Fotograf: Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland – Vilich, Urkunden Nr. 65

Bonner Feuerwehr warnt: Gefahr durch Kohlenmonoxid ernst nehmen

Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen mit Kohlenmonoxid, oft aus Unkenntnis oder Unachtsamkeit. Zu Beginn der Heizperiode erklärt Bonns Feuerwehrchef Jochen Stein, wie Bürgerinnen und Bürger Unfällen vorbeugen können und was im Verdachtsfall zu tun ist.

Herr Stein, wie entsteht eigentlich Kohlenmonoxid?

Kohlenmonoxid entsteht durch Fehler bei der Verbrennung, zum Beispiel in Gasheizungen. Aber auch Benzinmotoren setzen das Gas frei. Und auch beim Grillen mit dem Holzkohlegrill entstehen mit dem Rauch gefährliche Mengen Kohlenmonoxid.

Und warum ist es so gefährlich?

Kohlenmonoxid ist hochgiftig. Wenn man es einatmet, kann dies schon nach wenigen Atemzügen zu schweren Vergiftungserscheinungen und zum Tod führen. Hinzu kommt, dass Menschen das Gas nicht wahrnehmen können, weil es geruchs- und geschmacklos ist. Es löst bei uns keine Warnsensoren aus wie etwa Erdgas, dem ein warnender Geruchsstoff beigemischt ist. Deshalb sollte man schon im Verdachtsfall einer Kohlenmonoxidvergiftung schnell reagieren.

Was kann man konkret tun, wenn es den Verdacht auf eine Kohlemonoxidvergiftung gibt?

Wir empfehlen, sich dabei an den Handlungshinweisen zu orientieren, die der Deutsche Feuerwehrverband herausgegeben hat: Wenn man den Verdacht hat, dass Kohlenmonoxid austritt, sollte man den betroffenen Raum sofort verlassen und – wenn möglich – die Fenster öffnen, um zu lüften. Schalten Sie das gasbetriebene Gerät, das möglicherweise die Ursache dafür ist, aus – wenn dies machbar ist, ohne sich selbst zu gefährden. Und schließlich sollte man im Verdachtsfall Feuerwehr und Rettungsdienst über die europaweit gültige Notrufnummer 112 alarmieren.

Wie macht sich eine Kohlenmonoxidvergiftung bemerkbar?

Wenn man gasbetriebene Geräte betreibt und plötzlich Kopfschmerzen bekommt, sollte man dies unbedingt ernstnehmen. Sie sind ein erstes Anzeichen für eine mögliche Vergiftung. Hinzu kommt unter Umständen eine Bewusstseinseintrübung.

Wie kann man Unfälle mit Kohlenmonoxid vermeiden?

Am wichtigsten ist es, keine Geräte, die mit Gas oder Benzin laufen, in geschlossenen Räumen zu verwenden. Gasstrahler oder Gaspilze sind ausschließlich für den Gebrauch im Freien gedacht. Auch Benzin-Rasenmäher oder Benzin-Kettensägen darf man nicht in der geschlossenen Garage reparieren oder ausprobieren. Die Verwendung von Holzkohlegrills in geschlossenen Räumen ist ebenfalls nicht nur leichtsinnig, sondern auch lebensgefährlich.

Was ist im Umgang mit der Gasheizung zu beachten, die ja im Haus oder in der Wohnung betrieben wird?

Hier ist technische Vorsorge wichtig. Heizungsanlagen sollten regelmäßig durch einen Fachbetrieb gewartet werden. So ist etwa die Prüfung der Heizung und des Abzuges durch den Schornsteinfeger je nach Art und Alter der Anlage alle ein bis drei Jahre Pflicht. Hausbesitzer finden die festgelegten Überwachungs- und Wartungsintervalle für ihre Heizungsanlage im Feuerstättenbescheid. Den Bescheid erstellt der Schornsteinfeger bei der Feuerstättenschau, in der er die Betriebs- und Brandsicherheit der Heizungsanlage prüft.

Bei einer Prüfung kann beispielsweise festgestellt werden, ob ein Lüftungskanal blockiert wird und die Heizgase oder Abgase daher nicht einwandfrei abziehen. Außerdem sollte man darauf achten, die Anlage sachgemäß zu verwenden. Bei Etagenheizungen muss man die Lüftungsschlitze der jeweiligen Türen zu Räumen, in denen sich Gasthermen befinden, unbedingt frei halten und nicht verstellen, sonst erhält die Anlage zu wenig Sauerstoff.

Helfen auch Rauchmelder?

Ja. Es müssen allerding spezielle Rauchmelder sein, die zusätzlich vor der Freisetzung von Kohlenmonoxid warnen. Diese CO-Melder kann man im Fachhandel kaufen. Ein solches Gerät in der Nähe einer Gastherme zu installieren, ist durchaus sinnvoll. Auch die Bonner Feuerwehr hat neben den immer schon auf Lösch- und Sonderfahrzeugen vorhandenen Kohlenmonoxid-Messgeräten mittlerweile einfache Warngeräte für die Besatzungen der Rettungs- und Notarztwagen im Einsatz. Denn gerade die Besatzungen dieser Fahrzeuge könnten sonst unbemerkt in gefährliche Situationen kommen.

Zur Person: Feuerwehrchef Jochen Stein

Jochen Stein (48) ist Leiter der Feuerwehr Bonn. Mehr als 300 Feuerwehrbeamte sowie etwa 30 Mitarbeiter in Verwaltung und Technik tragen dafür Sorge, dass die Stadt Bonn jederzeit auf Schadenlagen unterschiedlichster Art und Größe vorbereitet ist. Sie werden hierbei durch die Freiwillige Feuerwehr und Hilfsorganisationen unterstützt.