Alter Zoll erhält bei Umgestaltung im Jahr 2019 einen Aufzug

Bis zum Beethovenjubiläum im Jahr 2020, das im Dezember 2019 beginnen wird, möchte die Bundesstadt Bonn einen Teil des Bereichs zwischen Stockentor und Alter Zoll umgestalten. Die dazugehörige Entwurfsplanung hat die Bezirksvertretung Bonn mit einer Ergänzung in ihrer Sitzung am 27. Juni 2018 beschlossen.

Großzügige Promenade

In Zukunft wird man vom Regina-Pacis-Weg/Stockentor auf eine über 18 Meter breite, großzügig gestaltete Promenade aus – analog zum Hofgarten – Naturkleinstein geleitet. Der vorhandene Fußgängerüberweg über die Adenauerallee wird deutlich näher an das Koblenzer Tor verlagert, zusätzlich soll auf der anderen Seite des Koblenzer Tors ein Fußgängerüberweg installiert werden.

Die Achse zur Bastion auf dem Alten Zoll wird in eine Rasenfläche münden. Die attraktive Gestaltung dieser Promenade wird durch Pflanzbeete begleitet. Ergänzt werden die Vegetationsflächen durch einzelne Sitzelemente aus dunklem Naturstein. Die Beleuchtung erfolgt über Lichtstelen.

Aufenthaltsqualität im Stadtgarten wird erhöht

Ein Teil der Wegeflächen im Stadtgarten wird zurückgebaut und um neue Wegeverbindungen ergänzt. Die vorhandene Querverbindung in dessen Mitte wird als Platz mit wassergebundener Wegedecke ausgebildet. Neue Hockerbänke mit Holzauflage ermöglichen zusätzlich Aufenthaltsbereiche, und kleinere Sitzgruppen mit weitem Blick über den Stadtgarten und zum Rhein. Die offene Terrassenfläche wird weiterhin als Boule-Spielfläche, Veranstaltungsort mit Bühne und Biergarten mit Ausblick über den Rhein genutzt. Während die nördliche Platzkante durch einen Hain aus standortheimischen Laubbäumen gestaltet wird, bildet die westliche Platzkante zur höher gelegenen Rasenfläche eine ca. 90 cm hohe durchgehende „Picknickmauer“ aus Natursteinelementen mit Sitznischen, die mit Holzauflagen ausgestattet sind. Diese Auflagen werden ohne Lücken ausgebildet. Die Picknickbank bietet mit unterschiedlichen Sitzmöglichkeiten Erholungs- und Aufenthaltsräume für verschiedene Nutzergruppen und Ansprüche.

Wichtigstes Element in diesem Bereich, um den dringend benötigten barrierefreien Zugang zum Rhein sicherzustellen, wird ein Personenaufzug sein. Der neue Fahrstuhl wird in der vorhandenen Nische der Bestandsmauer entlang des Brassertufers, unterhalb des Biergartenpavillons, installiert. Zudem werden in die große Treppenanlage, die vom Stadtgarten zum Rhein hinunterführt, Einbauten erfolgen, welche den Zugang für z.B. Kinder-wagen/Fahrräder erleichtern bzw. ermöglichen.

Zweiter Bauabschnitt voraussichtlich ab dem Jahr 2022

Der erste Bauabschnitt bis Ende 2019 beinhaltet den Ausbau der großen Treppenanlage neben dem Altem Zoll, die Herstellung des Aufzugs und den Ausbau der Fläche vor dem Musikpavillon inkl. Natursteinmauer. Die Kostenberechnung dieses ersten Bauabschnitts beläuft sich auf rund brutto 1,3 Millionen Euro. Der zweite Abschnitt mit Herstellung der Promenade vom Stockentor bis zum Alten Zoll, Verlegung der Lichtsignalanlage Richtung Koblenzer Tor und Herstellung der Grünflächen rechts und links der B9 würde aufgrund der laufenden Sanierungsarbeiten an der Universität ab voraussichtlich 2022 erfolgen. Dieser soll nach dem Votum der Bezirksvertretung im Einklang mit dem Ergebnis des Beschlusses zur Verkehrsführung auf dem Cityring erfolgen. Die Kostenberechnung dieses zweiten Bauabschnittes beläuft sich auf knapp 1,1 Millionen Euro. Somit ergeben sich Gesamtkosten von 2,38 Millionen Euro, die bis zu 70 Prozent förderfähig sind.

Masterplan „Innere Stadt“

Die Neugestaltung des Abschnitts ist Teil des „Masterplans Innere Stadt“. 2009 hatte das Büro „a24“ aus Berlin den Architektenwettbewerb „Stadt zum Rhein“ gewonnen und einen Vorentwurf erarbeitet. Darauf aufbauend hat die Stadtverwaltung im Jahr 2017 einen zweiteiligen Workshop mit Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Bürgerbeteiligung sind mit in die jetzt von der Bezirksvertretung Bonn beschlossene Entwurfsplanung eingeflossen.